Way’s Art of War #4

Sun Tzus Grundsätze:
Stell Dich dem Kampf!
Führe andere in den Kampf!
Handle umsichtig!
Halte Dich an Tatsachen!
Sei auf das Schlimmste vorbereitet!
Handle rasch und unkompliziert!
Brich die Brücken hinter Dir ab!
Sei innovativ!
Sei kooperativ!
Laß Dir nicht in die Karten sehen!

Mittlerweile die vierte Ausgabe meiner Kolumne. Eigentlich war es mein Plan öfter etwas zu veröffentlichen, aber das ist garnicht so einfach, wie gedacht. Nun gut, ich hatte ja genug Zeit mir ein Thema zu überlegen und steige direkt mal zum Thema Soloranked ein. Dieses mal berichte ich von meinen ersten Wochen und ein paar subjektiven Eindrücken, die Season 1 und die bisherige Pre-Season 2 bei mir hinterlassen haben. Außerdem beschäftige ich mich etwas näher mit dem Spielniveau und der momentanen Balance von League of Legends.

Spielen oder warten?
Vor ein paar Wochen hätte ich noch davon abgeraten Soloranked zu spielen. Ziemlich früh zum Start der Preaseason habe ich mit einem Kumpel und überdurchschnittlich gutem Spieler angefangen die ersten Spiele zu bestreiten. Dabei war es eigentlich recht einfach zu gewinnen und so folgte ein Sieg nach dem anderen. Am Ende war meine Statistik 17 Siege in 18 Matches. Natürlich spornt so eine Siegessträhne an und ich habe weitere Spiele bestritten. Was folgte war aber der blanke Horror. Meistens konnten mein Mitspieler und ich unsere Lane(s) halten, währen die anderen im Team versagt haben. Lag das alles am Matchmaking? Leider nicht, die Elo der Teams war immer ausgeglichen, was aber im seltensten Fall ausgeglichen war, war die Season 1 Elo. Ein Blick nach jedem Match auf diese hat so einiges verraten. Während die S1 Elo meiner Mitspieler meist im Bereich von 1400-1500 lag, hatten die Gegner im Schnitt 1800. Sprich es war einfach nur Pech und so hatte ich am Ende der ersten zwei Wochen 18 Siege bei 28 Spielen. Eine magere Ausbeute! Was ich damit sagen will ist folgendes: Zu Beginn der Season war Ranked spielen wie Lotto. Man wusste nie, welche Mitspieler und Gegner man bekommen wird. Das konnten absolute Neulinge sein, die durch ein wenig Glück in einem höheren Elo Bereich gelandet sind oder aber sehr gute Spieler, die in S1 Platin hatten.
Mittlerweile trifft man aber kaum noch auf dieses Problem. Die meisten Spieler sind wieder in dem Bereich angelangt, in den sie gehören. Somit ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, um in Soloranked Spiele einzusteigen.

Die Uhrzeit
Ist Soloranked spielen um 15 Uhr das Gleiche wie um 23 Uhr? Nun hier macht jeder seine eigenen Erfahrungen und ich möchte von meinen berichten. Ich persönlich hatte den meisten Spaß von 22 bis 1 Uhr. Meine Mitspieler waren zu diesen Zeiten einfach friedlicher und wirkten konzentrierter. Am schlimmsten empfand ich Spiele zwischen 14 und 16 Uhr, weil da der Ton einfach rauer war. Aber wie schon gesagt, das sind subjektive Erfahrungen und ich möchte das nicht weiter ausführen.

Das (Spiel-)niveau im Soloranked
An dieser Stelle möchte ich eine kleine Warnung aussprechen: Meiner Einschätzung nach ist das Spielniveau im Soloranked sehr gestiegen! Diese Lektion musste ich sehr schmerzhaft lernen. Einfach mal aggressive Towerdives für Kills haben selten zum Erfolg geführt. Wenn ich S1 mit S2 vergleiche, so haben sich die Spieler weiterentwickelt. Es wird viel mehr gewarded und vorsichtiger gespielt. Das ist definitiv etwas was mich sehr freut! League of Legends und seine Spieler werden immer besser.
Leider trifft das nicht ganz auf das Verhalten der Spieler zu und so darf man sich weiterhin auf ein paar flames einstellen.

Balance
Ich persönlich war ja ein großer Fan von Elementz Tier Liste, aber mittlerweile finde ich diese nicht mehr so aussagekräftig. Vergleicht man seine jetzige Tierliste mit der vor einem halben Jahr, so sieht man, dass viel mehr Champions den Weg in T1/2 geschafft haben. Einerseits spricht das für Riot, weil die Balance immer besser wird, andererseits zeigt es auch, dass die Spieler viel mehr aus Champions rausholen können, als man angenommen hat. Was ich damit sagen will ist, dass ihr euch nicht aufregen solltet über vermeintlich schwache Picks bzw. diese nicht unterschätzen solltet als Gegner. Zum Beispiel finde ich, dass eine Lane Soraka ein ausgezeichneter Counter gegen Akali ist. Aber auch viele Champions, die man im höheren Elo Bereich der ersten Saison kaum gesehen hat sind wieder zurück. Jungle-Rammus ist nach wie vor ein starker Pick und auch mit einem AP Sion lässt sich ein Spiel gut Carrien. Im endeffekt zeigt die Entwicklung von Elementz Tier Liste, dass man mittlerweile sehr viele Champions erfolgreich spielen kann, wenn man weiß wie. Natürlich ist eine Annie dabei weiterhin leichter spielbar als eine (mittlerweile generfte) Orianna, aber im Endeffekt entscheidet der Skill des Spielers hinter dem Champion über den Verlauf des Spieles. Lasst euch daher nicht durch flames für einen Pick verunsichern, sondern überzeugt eure Mitspieler einfach durch eure Fähigkeiten mit diesem Champion!

Abschließend möchte ich noch einmal sagen, dass sich League of Legends und die Spieler meiner Einschätzung nach in die richtige Richtung weiterentwickelt haben. Sowohl die Balance, als auch das Spielniveau haben einen rießigen Schritt in die richtige Richtung gemacht und Spiele in dieser Saison sind um einiges anspruchsvoller als in der letzten. Die Behauptungen, dass DotA das Prospiel ist (bzw. im Falle von DotA2 sein wird), während League of Legends nur für Noobs gut ist halte ich für total überzogen. Fehlt eigentlich nur noch der Spectatormode und die Zukunft von League of Legends wird eine rosige!

geschrieben von TheWayfarer