GC-Interview mit Praeco

Praeco hat im Support von Riot angefangen, nachdem er nach Amerika gezogen ist und hat danach einen interessanten Werdegang hingelegt. Im Interview vermittelt er einen Eindruck, wie es ist bei Riot zu arbeiten und erzählt auch einige private Dinge.

inLoL.de: Wie üblich in unseren Interviews bitten wir zum Einstieg um eine kurze Vorstellung deinerseits.

Praeco: Mein Name ist Christian Linke “Praeco” und ich bin seit September 2010 bei Riot Games. Ich habe angefangen, als Riot garkein richtiges Player Support Departement hatte. Damals gab es nur zwei Leute, die dafür zuständig waren. Nach einigen Monaten habe ich dann das Billing-Team übernommen und bin vor einigen Monaten in eine etwas dynamischere Rolle gerutscht. Mittlerweile mache ich Musik für League of Legends und arbeite auch für das Plattform-Engineering Team und mache das für unser Operation Center und helfe ihnen Datenbanken zu verwalten, recherchiere viele Dinge und helfe beispielsweise die Server zu überwachen. Dazu gehört auch bei Problemen zu schauen, wo das genau aufgetreten ist, welche Instanzen offen waren und viele solcher Dinge. Glücklicherweise ist das ein sehr interesanter und abwechslungsreicher Job.

inLoL.de: Arbeitest du dann noch überhaupt im Player-Support Bereich?

Praeco: Ich habe den Support Bereich quasi mit aufgebaut und habe daher natürlich noch sehr enge Verbindungen zu den Mitarbeitern dort. Ich schaue immer mal wieder vorbei und versuche bei vielen Dingen zu helfen.

inLoL.de: Wieviele Anfragen werden in etwa täglich an den Playersupport gestellt?

Praeco: Einige Tausend. Als ich angefangen habe bei Riot waren es 200 bis 300. Mittlerweile sind es mehrere Tausend pro Tag.

inLoL.de: Gibt es auch einige Blüten unter den Anfragen, die du dir ausgedruckt hast? Beispielsweise sehr lustige Anfragen?

Praeco: Wir bekommen sehr viele lustige Spaßanfragen und da ist es immer schön, wenn die Community mit dir interagiert. Am besten ist, dass man merkt, wie sich der Support verändert hat. Ich glaube, nein ich bin fest davon überzeugt, dass wir einen der besten Playersupports in der Branche haben. Ich bin selbst schon ziemlich lange Gamer und weiß noch, wie es war, wenn man Probleme hatte und Anfragen gestellt hat und daraufhin sehr enttäuschende Antworten bekommen hat. Wir haben bei Riot glücklicherweise schon immer etwas mehr Freiheiten gehabt und schauen, wie wir unsere Spieler glücklich machen können und was wir tun können, um die Situation für sie zu verbessern. Außerdem wissen wir, dass die Anfangszeiten von League of Legends nicht die einfachsten waren und das hat sich zum Glück gebessert. Wir haben einen sehr offenen und modernen Playersupport.

inLoL.de: Du meintest, dass du nun auch Musik für League of Legends machst. Wo genau können wir Stücke von dir hören?

Praeco: In vielen Trailern ist meine Musik, wie in Champion-Spotlights oder Patch-Previews, aber auch im Dominion Trailer. Es wird auch Musik von mir im League of Legends Client vorhanden sein, wenn Dominion rauskommt. Es war auf jeden Fall sehr interessant das zu machen. Aber genau das ist das tolle an Riot. Man fängt als Player Support an und auf einmal macht man Musik für das Spiel. Es ist einfach eine besondere Firma.

inLoL.de: Das Motto eurer Mitarbeiter ist ja “Play Hard – Work Hard”, wie schauts da bei dir aus? Von deinen Tätigkeiten haben wir nun viel gehört, bist du auch ein Gamer?

Praeco: Auf jeden Fall spiele ich gerne! Ich habe versucht bis zum Ende von Season 2 noch einen goldenen Rank in der Solo Queue zu erreichen, bin aber bei ~1800 stehen geblieben und habe es nicht mehr raus geschafft. Dominion spiele ich auch sehr gerne, es macht wirklich Spaß und ist sehr aufregend. Das tolle ist, wenn man keine 40 Minuten zeit hat, sondern einfach nur 20 Minuten League of Legends spielen will, das ist genau perfekt für eine Runde Dominion.

inLoL.de: Was sind deine Lieblingschampions in League of Legends?

Praeco: Alistar, die Super-Kuh, der macht einfach Laune! Vor einiger Zeit habe ich sehr viel Shen gespielt, der ist leider im Ranked momentan schwierig im Metagame. Ich hoffe der kommt mal zurück und schlauere Spieler als ich es bin finden einen Weg ihn zurück zu bringen. Alistar ist aber wie gesagt mein Lieblingschampion, der ist einfach toll und ein sehr dynamischer Champion.

inLoL.de: War für dich als erfahrener Spieler die Umgewöhnungsphase eigentlich schwierig von Summoners-Rift zu Dominion?

Praeco: Ja, absolut. Ich sag es mal so: Mindestens 50%, wenn nicht sogar mehr hängt im höheren Elo der Soloqueue davon ab, ob du gut farmen und lasthitten kannst oder nicht. Ob du deine CS, wie es so schön heißt, hoch genug bekommst. Das ist in Dominion so ziemlich egal, es geht nicht nur alleine darum andere Champions umzubringen, sondern man muss viel mehr koordinieren und viel mehr Überblick über das gesamte Geschehen haben. Man lernt ziemlich schnell, das dauert nicht lange, aber es ist auf jeden Fall etwas anderes.

inLoL.de: Kommst du eigentlich von DotA? Hast du das früher gespielt oder ist League of Legends das erste Spiel in diesem Genre für dich?

Praeco: DotA habe ich nicht gespielt, aber viel Warcraft 3. Dota war nie mein Ding und ich habe nie daran Freude gefunden. Ich hatte immer eine Gruppe von Freunden mit denen ich gerne zusammen gespielt habe und zu dem Zeitpunkt war kein Spiel draußen, dass uns richtig gefesselt hat. Dann kam League of Legends und die meinten ich solle das mal ausprobieren. Anfangs meinte ich noch “Ah ne das ist sowas wie DotA.” Es war aber sonst kein anderes gutes Spiel draußen, also habe ich mich einfach mal überreden lassen und konnte dann nicht mehr aufhören.

inLoL.de: Und dann hast du dich direkt bei Riot beworben?

Praeco: Nein, das war eigentlich ganz lustig. Ich habe mit League of Legends in Deutschland Anfang 2010 angefangen und bin dann direkt rübergezogen nach Amerika. Da habe ich dann eine Stellenanzeige gefunden, dass Riot jemanden sucht, der deutsch spricht und habe mich daraufhin beworben. Das war wie für mich gemacht.

inLoL.de: Hast du DotA 2 schon hier gespielt?

Praeco: Nein noch nicht, aber ich gehe davon aus, dass es ein tolles Spiel wird. Valve ist eine hervorragende Spieleschmiede.

inLoL.de: Jetzt bist du ja endlich mal wieder in Deutschland! Gibt es etwas, dass du sehr vermisst in Amerika?

Praeco: Ja, das deutsche Essen ist um einiges besser! Ansonsten fühle ich mich sehr wohl in Amerika. Es ist einfach etwas anderes da drüben. Ich denke mal letztenendes werde ich nach Deutschland zurückkehren wenn ich älter bin, weil hier gehöre ich irgendwie hin. Aber jetzt während ich jung bin und eine gute Zeit habe bleibe ich noch. Santa Monica und Los Angeles sind ja auch nicht gerade die schlechtesten Orte dafür.

inLoL.de: Vielen Dank für das informative Interview.

Praeco: Ich habe übrigens vor langer Zeit viel für inWarcraft.de geschrieben! Ich habe aufgehört kurz nachdem der Tinker rausgekommen ist. Da habe ich noch meine letzten großen Patchnews geschrieben. War auf jeden Fall sehr lustig und das ist das schöne an der Gaming-Welt!

Das Interview haben geführt TheWayfarer mit Unterstützung von Redsn0w

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